Zwar haben zeitgemäße Themen das Denken und Träumen von Kindern längst erobert, aber der eine oder andere Junge hängt sicher auch heute noch der Ritterromantik von einst an. Und einmal zum Ritter geschlagen werden - das wäre doch was! Dass es gar nicht so wenige sind, die einem solchen Wunsch nachhängen, zeigte sich am Wochenende beim historischen Wolgaster Altstadtfest mit Mittelalterspektakulum. Da konnte man sogar mal die Klinge kreuzen mit einem erwachsenen Schwertkämpfer und nach bestandenem Kampf kniend den Ritterschlag - wenn auch nur für einen Tag gültig - empfangen. Und so zog denn auch das bunte mittelalterliche Treiben rund um die St.-Petri-Kirche am vergangenen Wochenende viele Schaulustige an. Händler, Handwerker und Ritter gaben sich ebenso ein
Stelldichein wie umherziehende Gaukler und Wahrsager - ganz so, wie es einst auf den Märkten der mittelalterlichen Städte zugegangen sein mag.
Und dafür, dass das Lokalkolorit nicht fehlte, sorgte die Wolgaster Theatertruppe Spieltrieb mit einem dem Zerbrochenen Krug gekonnt nachempfundenen Gerichtstag. Viel Beifall belohnte die Laienmimen, die sich ursprünglich zur 750-Jahr-Feier von Wolgast zusammengefunden haben und seither immer wieder mit ihrem erfrischenden Spiel die Wolgaster und deren Gäste erfreuen. So war es denn rundherum ein gelungener Auftakt zu den diesjährigen Wolgaster Festen, denen noch einige solche Ereignisse folgen werden.
Auszug aus: D.B. / OZ 25.05.2009