Kultur

Der Förderverein für Kultur, Kunst und Bildung Wolgast e.V. widmet sich der Unterstützung vielfältiger kultureller Aktivitäten in der Stadt Wolgast.

Tancredo und Mitglieder der Theatertruppe zur Langen Nacht 2006Dazu gehört das Etablieren eines Amatheur- theaters und das Planen sowie Organisieren von Events, beispielsweise der Langen Nacht der Denkmäler und Museen und der Märchenwoche.

Gepflegt und vertieft wird das Vermitteln eines Dialoges zwischen Bürgerinnen und Bürgern, unabhängig von Alter, Herkunft und Bildungshintergrund.

Wenn Sie mögen, begeben Sie sich jetzt auf unseren Wolgaster Lesepfad, auf dem sich Faktisches und Fiktives aus der Kulturgeschichte der Stadt zusammenfügt. Sie sind eingeladen, Kosegartens’ Brief aus dem Jahr 1785 zu lesen und den inneren Bildern, die entstehen zu folgen.

C.D. Friedrich, Schlossruine von Wolgast„Die schönste Partie der Stadt sind die alten Schlossruinen. Heute Abend nach Sonnenuntergang ging ich hin. Sie liegen auf einer Insel hart vor dem Wassertor. Wall und Graben umgürteln sie, doch ist der Wall sehr niedergetreten und der Graben auch größtenteils trocken.

Lange wanderte ich am Fuß des Burgwalls auf einem mächtigen, aus dem Wasser hervorragenden Schiffskielholze auf und ab und lauschte dem Brüllen der See, die, vom Nordwestwinde aufgewühlt, dumpf und fernher grollte. Die Sonne war gesunken, die Flut klatschte an meinen Kiel, im tiefen Westen dämmerte noch ein krankes Rot, mählich stieg der Vollmond höher und beleuchtete die grausigen Trümmer. Jetzt ging ich hin, sie zu sehen. Über einen mächtigen Brückenbogen gelangte ich durch ein noch übriges Tor in das Innere des Burgringes. Da tat das Reich der Verwüstung sich vor mir auf, weit und grässlich sinkende Mauern, taumelnde Pfeiler, berstende Bogen, gähnende Gruftgewölbe, Gemäuer, umrankt von Wintergrün, Schutt und Graus, überkleidet mit beerenreichem Holunder. – Mich schauerte es leise. Nickende Schatten, deuchte mich saßen auf den Schutthaufen. Gebilde alter Zeiten wandelten in den schwarzen Fliedergängen, Helden im Stahlschmuck, Mädchen mit fliegenden Locken.

Hoch über das wüste Gemäuer heben zwei gewaltige Türme das Haupt empor. Mahner alter Herrlichkeit, Riesengerippe, durch die der Sturmwind heult. Ich trat näher. Reste einer Treppe lockten mich, in dem einen gewölbten Saal, offen allen Winden des Himmels. An seinen weißen Wänden las ich tausend Namen, hineingekritzelt und hineingegraben, im Mondschein.

Ha, wie der Wind hier heulte! Wie der Mond wühlte in den schlagenden Fluten! –
Die Treppe trug nicht höher. Abgebrochen, sturzdrohend sah ich noch ein paar morsche Stufen hoch über meinem Scheitel hängen. Ich stieg hinab und besah den anderen Turm. Dieser war unersteiglich.
Unter den ungeheuren Steinklumpen aber öffnete ein weites Souterrain mir seinen schwarzen Mund. Ich tappte mich hinunter. Lange wallte ich in den gewölbten Kreuzgängen umher. Es war so still und dumpf hier.
Der Boden schwieg unter meinem Fersenschritt, die Wände gaben meinen Ruf nicht wieder, jeder Laut erstarb im Augenblick des Werdens. Es war wie im Grabe. –
Hervor stieg ich aus der Behausung ewigen Schweigens, und schon vertrauter mit den Schauern dieses Zerstörungsreiches wanderte ich lange noch zwischen dem efeubewachsenen Gemäuer, lange in den dunklen Fliedergängen herum, weihte diese Heimat der Melancholie zu meinem Eigentum, ahnte leise, welche Wonnen und Wehe, welche Gefühle und welche Begeisterung, welche Gewichte und Phantasien hier in Zukunft mich überdrängen werden.“ 

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